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  • Werner Kälin

Zukunftsbilder für die Glarner Mobilitätswende

Mehr Lebensqualität, dank weniger Autoverkehr und weniger CO2-Ausstoss – wie verändern Grossstädte ihre Verkehrslage? Auf diese Frage liefert der Film «Metropolen in Bewegung – wie gelingt die Verkehrswende?» Antworten aus Barcelona, Berlin, Kopenhagen, Paris und Singapur und deren Bedeutung für das Glarnerland.


Nach der Vernissage der Ausstellung «Kunst & Konsum» von KlimaGlarus.ch zeigte die kantonale VCS-Sektion in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk «Glarus zukünftig mobil» den Film über die Mobilitätswende. Als Verleih-Organisation unterstützte der Verein «Filme für die Erde» den Anlass. Auf 20 Uhr strömten gut 50 Interessierte in das Pop-up Kino im Güterschuppen Glarus. Am gleichen Tag wurde derselbe Film schweizweit im Rahmen von weiteren 52 Pop-up Kinos gezeigt und wurden lokale Umsetzungen, wie in Glarus, angeregt diskutiert.


Barcelona – ein Schachbrett wie Glarus


Die Veränderungen in Grossstädten, die als aussichtslos verkehrsgeplagt gelten, sind eindrücklich. Da ist zum Beispiel Barcelona, das wie Glarus auf einem schachbrettartigen Muster aufgebaut ist. Nun entzieht die katalanische Millionenstadt dem Autoverkehr Feld um Feld dieses Schachbretts. Während wichtige Strassen ausserhalb der «Superillas» weiterhin befahrbar sind, gestaltet die Stadt die Strassen innerhalb der Häuserblocks zu Freiräumen um. Auf den neuen autofreien Flächen lässt sich spielen, Yoga machen, Kaffee trinken und mit Pflanztrögen gärtnern. Ein Zukunftsbild auch für Glarus?


Paris – alles so nah wie in Glarus

Selbst die teilweise hoffnungslos verstopfte französische Hauptstadt schiebt das Auto von zahlreichen Strassen herunter. In den letzten Jahren sind darauf Velobahnen und neue Aufenthaltsräume entstanden. Ausserdem verfolgt Paris das Konzept der 15-Minuten-Stadt: Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeitmöglichkeiten sollen für alle Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb einer Viertelstunde zu Fuss oder auf dem Velo erreichbar sein. Mit Blick auf die Klimakrise geht es nicht nur darum, das Verkehrsmittel zu ändern, sondern auch weniger unterwegs zu sein. Sind Glarus Nord und Glarus nicht ebenfalls längst 15-Minuten-Städte geworden – und sogar Teile von Glarus Süd? Werden die Dörfer als Quartiere betrachtet, passt dieses Bild gar nicht so schlecht. Jedenfalls sind auch hier wichtige Funktionen mit dem öffentlichen Verkehr oder mit dem E-Bike in einer Viertelstunde erreichbar.

Kopenhagen – sportlich unterwegs wie in Glarus

Kopenhagen schliesslich gilt als Velopionierstadt. Einer der Köpfe hinter diesem Erfolg, der Stadtplaner Jan Gehl, fasst das Rezept in einem Bild zusammen: Es kommt auf die Einladung an. Wenn eine Stadt oder eine Region mit vielen und grossen Strassen das Auto einlädt, dann kommen viele Autos. Lädt man dagegen mit vielen und guten Velo- und Fussverbindungen das Velo und die Fussgängerinnen und Fussgänger ein, dann kommen diese in grosser Zahl. Auf jeden Fall sollte sich die Verkehrsplanung weniger für den Verkehr als vielmehr für die Menschen interessieren und sie einbeziehen.


Glarus – ein ganzer Kanton in Bewegung

Auf den ersten Blick haben Metropolen wie Barcelona, Kopenhagen oder Paris wenig mit dem Kanton Glarus zu tun. Doch der Film «Metropolen in Bewegung – wie gelingt die Verkehrswende?» war so inspirierend, dass das Publikum problemlos Ideen davon ableiten konnte. Bemerkenswert ist übrigens, dass es in den meisten Fällen die Stadtregierungen selbst sind, welche die Veränderungen wollen und anstossen. Mit anderen Worten, es ist die Politik, die beim Wandel in Barcelona, Paris und Kopenhagen die entscheidende Rolle spielt, unterstützt von Initiativen aus der Bevölkerung. So stand nach dem Film die Frage im Raum: Wenn es solche Grossstädte schaffen, die Verkehrswende zu starten, kann es dann im Kanton Glarus so schwierig sein. Der Film ist noch bis am 21. September 2023 auf arte.tv verfügbar.


Bildquellen: Barcelona, Paris, Kopenhagen: Unsplash | Glarus: Flickr (Glarus)


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