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Kunstvolle Auseinandersetzung der jungen Glarner Generation mit dem Konsumverhalten

Kaufen, Shoppen, Essen, Wegwerfen: Vom 12. bis 29. Mai wird der Güterschuppen Glarus zum Spiegel des Konsums. Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule und der Oberstufe Glarus Süd zeigen auf künstlerische Art, wie sie das Konsumverhalten der heutigen Gesellschaft wahrnehmen.

Im September 2021 machte der Verein KlimaGlarus.ch mit der CLEVER-Ausstellung im Güterschuppen auf spielerische Weise auf die Bedeutung unserer Kaufwahl bei Grossverteilern oder Bioläden aufmerksam. Anders als beim letzten Mal will der Verein sich mit einem weiteren Projekt nicht an Zahlen und Fakten bedienen, sondern anhand der Kunst die Bedeutung des Konsums aufzeigen. In Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft des Fachs bildnerisches Gestalten der Oberstufe Glarus Süd und der Kantonsschule organisiert der Verein KlimaGlarus.ch die Ausstellung «Kunst & Konsum – Werke der jungen Generation aus dem Glarnerland» im Güterschuppen Glarus.



Was will die Ausstellung? «Kunst & Konsum» ist eine Kunstausstellung, welche die Gedanken zum Konsumverhalten anstösst. Der Wandel im Konsum und auch in der Produktion lässt den Wert von Lebensmitteln, Kleidern und weiteren alltäglichen Gebrauchsgegenständen immer mehr vergessen. Das Ziel der Ausstellung ist, den Besuchenden wie auch den Kunstschaffenden das Wertgefühl für den Umgang mit diesen Gütern neu zu entdecke Seit Februar beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Glarus Süd und der Kantonsschule mit Plastikverpackungen, die tagtäglich den Kehrichtsack füttern, mit Werbung, welche die Käufer*inenn mit Aktionen ködern und mit allem, was das Herz der Konsumentinnen und Konsumenten begehrt. Sie beobachten das Verhalten beim Shoppen im «Wiggispark» oder online. Kein Tag vergeht, an dem die Menschen nicht dem Konsum verfallen. Die junge Generation zeigt aus ihrer Sicht, wie es um die heutige Beziehung zwischen Einkaufskorb und Konsumenten steht.

Der Konsum und dessen Ausmass Durch die zunehmende Hektik im Alltag verlieren die Menschen immer mehr den Fokus und die Wertschätzung für die Dinge, welche sie jeden Tag umgeben, ernähren, wärmen – ja, das ganze Leben ermöglichen. Es fehlt die Zeit zum Kochen und deshalb kommt abends schnell der fertig gerüstete Salat mit Sauce aus der Plastiktüte zum Zug, damit es noch rasch etwas zu Essen gibt. Ohne ein Gefühl dafür zu haben oder einen Gedanken daran zu verschwenden, was auf dem Teller liegt. Bei H&M gibt’s fünf neue Hosen und sieben neue T- Shirts, weil gerade «Sale» ist und im Kleiderschrank nichts in der aktuellen Trendfarbe liegt. Ohne sich zu fragen, ob nicht schon genug Kleidung im Schrank liegt, kommt schon wieder etwas Neues dazu. Der Konsum hat ein Ausmass erreicht, das die Regenerationsfähigkeit und die Belastungsgrenze der Erde weit übersteigt. Knapp drei Erden würden benötigt, wenn alle Staaten dasselbe Konsumverhalten hätten wie die Schweiz.

Weder Zahlen noch Fakten Die Bevölkerung in der Schweiz hat vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2022 um 20 Prozent zugenommen. Die Konsumausgaben sind zwischen 2000 und 2020 mit 27 Prozent stärker gewachsen als die Bevölkerung selbst. Die Kehrichtsäcke spiegeln unsere Konsumorgie und treiben die Schweiz an die Spitze der grössten Abfallproduzenten weltweit mit sechs Millionen Tonnen Siedlungsabfall im Jahr 2021. Das sind pro Kopf 698 Kilogramm Abfall. So eindrucksvoll und ermahnend sich diese Zahlen in unseren Ohren anhören, so schnell gehen sie auch wieder vergessen. Kunst hingegen ist ein Mittel zur Kommunikation und Darstellung von komplexen Themen, Gedankengängen und Gefühlen. Sie kann mit dem Finger auf Missstände zeigen, den Spiegel vorhalten, die Augen öffnen, hinterfragen und begeistern. Kunst ist Emotion. Emotionen bewegen mehr als Zahlen und Fakten. Darum weckt sie die Ausstellung für die doch so wertvollen Alltäglichkeiten – für die Welt, die alle umgibt und die Grundlage für das Leben bildet.



«Kunst & Konsum» ist eine Kunstausstellung, welche die Gedanken zum Konsumverhalten anstösst. Bilder: Tanja Schätti

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